Movember: Monat der Männergesundheit

Im November lassen sich Männer weltweit einen Schnurrbart wachsen. Dahinter steckt ein ernstes Anliegen: Der Movember macht auf Männergesundheit aufmerksam – von der Vorsorge und Früherkennung von Krebs bis zur psychischen Gesundheit. Und als Urologen betrachten wir es ohnehin als unsere Aufgabe, Männer zu mehr Vorsorge zu ermuntern. Mehr darüber im Beitrag über den Movember.

Was ist Movember? Ein Schnauz als Gesprächsanlass

Jedes Jahr im November lassen sich Männer auf der ganzen Welt einen Schnauz wachsen. Der Name Movember verbindet die Begriffe «Moustache» und «November». Der Aktionsmonat stellt Themen in den Vordergrund, die Männer überdurchschnittlich betreffen oder über die noch immer zu selten gesprochen wird: Prostatakrebs und Hodenkrebs, psychische Gesundheit und Suizidprävention sowie eine gesunde Lebensführung sind Beispiele dafür. Der Movember-Schnurrbart ist dabei vor allem eines: ein Gesprächsöffner.

Logo Movember

Viele Männer kennen das: Solange nichts wirklich weh tut, gibt es keinen Grund, zum Arzt zu gehen.

  • Beschwerden beim Wasserlösen? Wird schon wieder.
  • Eine Veränderung am Hoden? Erst einmal beobachten.
  • Probleme mit der Erektion? Darüber spricht man ohnehin nicht gerne.
  • Nachts öfter rausmüssen? Lästig, aber wohl nicht zu ändern.

Tatsächlich gibt es aber sehr viele gute Gründe, über Männergesundheit zu sprechen und die Vorsorge sowie Früherkennung von Männerkrankheiten ernster zu nehmen (und dabei reden wir nicht einmal vom ach so bedrohlichen Männerschnupfen).

Vorsorge und Männergesundheit: mehr als eine Frage der Prostata

Wer als Mann an Urologen denkt, denkt meist an die Prostata. Das ist aber längst nicht alles. Ein Beispiel: Erektionsstörungen gelten als heikles Thema, über das Männer selbst in der Arztpraxis nur ungern sprechen. Dabei sind sie in den allermeisten Fällen körperlich bedingt, häufig durch Durchblutungsstörungen oder Diabetes. Eine nachlassende Erektion kann deshalb ein frühes Signal sein, dass Herz und Gefässe Aufmerksamkeit brauchen – manchmal Jahre bevor andere Beschwerden auftreten. Wer darüber spricht, tut also womöglich mehr für seine Gesundheit, als ihm bewusst ist.

Ähnlich ist es mit Müdigkeit und nachlassender Energie, die gerne dem «Älterwerden» oder einem vermeintlichen Testosteronmangel zugeschrieben werden. Oder mit dem häufigen nächtlichen Wasserlösen, das viele Männer über Jahre hinnehmen, obwohl sich die Ursache oft gut behandeln lässt. Auch beim Kinderwunsch oder bei der Frage nach einer dauerhaften Verhütung sind Urologen die Fachleute für den Mann.

Der Movember lenkt den Blick bewusst auch auf die psychische Gesundheit. Denn Männer zeigen Belastungen oft anders: durch Rückzug, durch noch mehr Arbeit, durch Gereiztheit oder durch das zweite und dritte Bier am Abend. Hilfe zu holen, fällt vielen schwer.
Körper und Seele lassen sich dabei kaum trennen. Eine Krebsdiagnose, ein unerfüllter Kinderwunsch oder Probleme in der Sexualität können das Selbstbild eines Mannes tief erschüttern. Darüber zu sprechen, ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist oft der erste Schritt, um wieder Boden unter die Füsse zu bekommen.

Für Frauen ist regelmässige Vorsorge selbstverständlich

Frauen haben es vielen Männern voraus: Für die meisten ist die regelmässige Vorsorge selbstverständlich, ganz ohne konkreten Anlass. Vielleicht ist der Movember eine gute Gelegenheit, sich daran ein Beispiel zu nehmen. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung – für sich selbst und für die Menschen, die einem wichtig sind.

Und vielleicht beginnt es ganz einfach: mit einem Schnauz, einem Gespräch – oder mit der Frage, wann Sie eigentlich das letzte Mal bei einer Vorsorgeuntersuchung waren.

Porträt von Urologe Dr. med. Tilmann Möltgen | Urologie Aarau

„Liebe Männer: Nehmen Sie sich Ihre Frauen als Vorbild. Dann bleiben Sie länger gesund, leben länger – und mit mehr Lebensqualität“

Dr. med. Tilmann Möltgen, Facharzt für Urologie und Inhaber der Urologie Aarau

FAQ Movember und Männergesundheit

Was ist der Movember?

Der Movember ist eine weltweite Bewegung, die jedes Jahr im November auf Männergesundheit aufmerksam macht – vor allem auf Prostatakrebs, Hodenkrebs und psychische Gesundheit. Erkennungszeichen ist der Schnauz.

Welche Vorsorge ist für Männer sinnvoll?

Wer Männergesundheit und Urologie hört, denkt meist zuerst an die Prostata. Das ist nicht falsch – aber längst nicht die ganze Geschichte. Eine allgemeingültige Checkliste für jeden Mann gibt es nicht. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt unter anderem von Alter, Beschwerden, familiärer Vorgeschichte und persönlichen Risikofaktoren ab:

  • Prostata und Prostatakrebs: Früherkennung sowie Abklärung von Veränderungen und Beschwerden.
  • Hoden und Penis: Schmerzen, Schwellungen, tastbare Veränderungen oder andere Auffälligkeiten sollten medizinisch beurteilt werden.
  • Wasserlösen und Blase: Häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlösen oder ein schwächer werdender Harnstrahl sind verbreitet, aber nicht einfach etwas, womit Männer sich abfinden müssen.
  • Sexualität und Erektion: Erektionsstörungen sind häufig und können unterschiedliche körperliche und psychische Ursachen haben.
  • Fruchtbarkeit und Familienplanung: Auch bei unerfülltem Kinderwunsch, Fragen zur männlichen Fruchtbarkeit oder zur Vasektomie sind Urologen Ihr Ansprechpartner.
  • Hormone: Ein Testosteronmangel kann verschiedene Beschwerden verursachen. Ob tatsächlich ein behandlungsbedürftiger Mangel besteht, lässt sich medizinisch abklären.

Wofür sind Urologen zuständig?

Urologinnen und Urologen sind Fachärzte für die Harnorgane (obere und untere Harnwege) bei Mann und Frau sowie die männlichen Geschlechtsorgane – und damit Ansprechpartner bei Fragen zu Prostata, Hoden, Erektion, Hormonen, Fruchtbarkeit, Verhütung und Blase (Inkontinenz).

Findet Männergesundheit nur in der Urologie statt?

So wichtig das Fachgebiet der Urologie auch ist: Männergesundheit ist auch Thema in vielen anderen Disziplinen der Medizin. Hausärzte etwa spielen eine zentrale Rolle bei Vorsorge, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und vielen weiteren gesundheitlichen Fragen. Je nach Situation kommen weitere Fachrichtungen hinzu. Und auch die psychische Gesundheit gehört ausdrücklich zum Movember. Anhaltende Niedergeschlagenheit, Ängste, Schlafprobleme, Überforderung oder eine persönliche Krise sind ebenso gute Gründe, sich Unterstützung zu holen wie körperliche Beschwerden.

Warum ist Vorsorge auch ohne Beschwerden sinnvoll?

Weil wichtige Erkrankungen wie Prostatakrebs im frühen Stadium meist keine Beschwerden verursachen. Gerade dann sind sie aber am besten behandelbar.

Ab wann ist Prostatavorsorge sinnvoll?

Prostatavorsorge ist in der Regel ab 50 Jahren sinnvoll, bei Prostatakrebs in der Familie bereits ab 45 Jahren.