Für Frauen Warum gehen Frauen zum Urologen

Warum gehen Frauen zum Urologen? Drei häufige Gründe

Viele Menschen betrachten die Urologie als medizinisches Fachgebiet, das sich vor allem mit der Gesundheit von Männern befasst. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit: denn der Anteil der Patientinnen in der ambulanten Urologie liegt – je nach Praxis – zwischen 20 und 30 Prozent. Übrigens steigt auch die Zahl der stationär und ambulant tätigen Urologinnen immer weiter. In der Schweiz liegt der Anteil der Urologinnen mittlerweile bei 15 Prozent.

Wenn Sie in der Praxis Urologie Aarau gerne von einer Urologin betreut werden möchten, können Sie dies bei der Anmeldung direkt so wünschen.

1. Wiederkehrende Harnwegsinfektionen

Wiederkehrende Harnwegsinfektionen gehören zu den besonders häufigen Gründen, warum Frauen eine urologische Praxis aufsuchen. Frauen sind von Harnwegsinfektionen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Besonders verbreitet sind wiederkehrende Harnwegsinfektionen bei jungen Frauen zwischen 15 und 25 Jahren sowie nach dem 75. Lebensjahr. Frauen mit mehr als drei Harnwegsinfektionen in der Vorgeschichte haben ein besonders hohes Risiko, auch im weiteren Verlauf des Lebens mit dieser Problematik zu tun zu haben. Von daher ist es besonders ratsam, Harnwegsinfektionen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern fachärztlichen Rat zu suchen. Umso mehr als Harnwegsinfektionen keineswegs immer leicht verlaufen, sondern auch schwere Komplikationen verursachen können – von Nierenbeckenentzündungen mit bleibenden Nierenschäden bis hin zu Blutvergiftungen (Sepsis).

2. Blasenprobleme und Inkontinenz

Unter dem Begriff Inkontinenz oder Harninkontinenz fassen Mediziner alle Schwierigkeiten beim Halten des Urins (Wasserhalten) ein. Inkontinenz hat die verschiedensten Ursachen: Häufige Ursachen von (vorübergehender oder bleibender) Inkontinenz bei Frauen sind Schwangerschaft und Geburt, bei denen der Beckenboden in Mitleidenschaft gezogen wird. Ausserdem spielen Hormone eine Rolle während der Schwangerschaft, ebenso in der Menopause und im Alter. Von einer Stressinkontinenz oder Belastungsinkontinenz spricht man, wenn ein zu schwacher Schliessmuskel den Urin nicht halten kann und ohne Harndrang Urin verloren wird. Eine Dranginkontinenz liegt vor, wenn die Betroffene Harndrang hat, und trotz Verklemmen (Schliessmuskel funktioniert, Blase ist aber stärker) den Urin nicht halten kann.

Ausserdem kann die Blase aus unbekannter Ursache besonders sensibel reagieren: Dann sprechen Mediziner von einer Reizblase.

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Blasendiagnostik mit Videourodynamik

Um Blasenprobleme und Inkontinenz erfolgreich behandeln zu können, ist eine sehr sorgfältige Diagnose notwendig. Zu den besonders hochwertigen Untersuchungsmethoden gehört die Videourodynamik. Mit einem Videourodynamik-Messplatz ist es möglich, die Blasenfüllung und -entleerung per Video und Röntgenbild zu verfolgen. Mehr dazu lesen Sie hier: Was ist ein videourodynamischer Messplatz?

3. Blasenentzündungen und Blasenschmerzsyndrom

Typische Symptome von Blasenentzündungen (Zystitis) und Blasenschmerzsyndrom sind häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen, Druckgefühl im Unterbauch und manchmal auch Fieber. In den meisten Fällen verläuft eine Zystitis harmlos. Oft lässt sie sich mit Hausmitteln behandeln, manchmal ist der Einsatz von Antibiotika notwendig.

Es gibt allerdings auch Frauen (Männer sind nur selten betroffen), bei denen Blasenentzündungen häufig auftreten. In diesen liegt der Verdacht auf andere Erkrankungen wie beispielsweise Veränderungen der Blase und der Harnleiter (strukturelle Anomalien), Blasensenkungen, Blasensteine oder Tumoren (Blasenkrebs) nahe. Um diese Erkrankungen auszuschliessen, sollten wiederkehrende Blasenentzündungen unbedingt fachärztlich abgeklärt werden.

Interstitielle Zystitis (IC)

Eine besondere Form der Blasenentzündung ist die interstitielle Zystitis (IC), die auch als auch als Blasenschmerzsyndrom oder chronischer Blasenschmerz bezeichnet wird. Die interstitielle Zystitis ist eine chronische Erkrankung, die sich in der Regel schleichend über Jahre oder Jahrzehnte entwickelt. Sie tritt grundsätzlich bei beiden Geschlechtern auf. Aber 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen, die meisten zwischen 40 und 60 Jahren alt.