STD: Chlamydien, Tripper, Syphilis und mehr

Sexuell übertragbare Erkrankungen – häufig als STDs oder STI bezeichnet – gehören weltweit zu den verbreitetsten Infektionskrankheiten überhaupt. Auch in der Schweiz steigt die Zahl der gemeldeten Infektionen seit Jahren leicht an. Ein Grund dafür ist, dass viele Erkrankungen zunächst keine Beschwerden verursachen und deshalb unbemerkt weitergegeben werden. Dabei gilt: Je früher eine Infektion erkannt wird, desto leichter und erfolgreicher ist die Behandlung.

Auf dieser Seite stellen wir vier der in der Schweiz häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen vor: Chlamydien, Tripper (Gonorrhö), Syphilis und Herpes genitalis. Sie erfahren, wie die Erkrankungen übertragen werden, welche Beschwerden auftreten können, wie sie behandelt werden und wie Sie sich bestmöglich schützen.

Geschlechtskrankheiten: häufiger als gedacht

Geschlechtskrankheiten bzw. sexuell übertragbare Erkrankungen sind deutlich weiter verbreitet, als viele denken:

  • Jährlich werden in der Schweiz mehrere Tausend neue Infektionen mit Geschlechtskrankheiten gemeldet.
  • Besonders häufig sind Chlamydien, gefolgt von Tripper und Syphilis.
  • Rund jede fünfte erwachsene Person trägt das Virus für genitalen Herpes in sich.
  • Viele Infektionen verlaufen symptomlos, was bedeutet: Die tatsächliche Zahl der Infizierten liegt deutlich höher als die offiziellen Meldungen.

Wichtig: Eine Abklärung von sexuell übertragbaren Erkrankungen ist auch ohne Beschwerden sinnvoll. Das gilt beispielsweise bei neuen sexuellen Kontakten oder wenn ein Partner bzw. eine Partnerin positiv getestet wurde.

Was ist eine Chlamydien-Infektion?

Was ist das? Chlamydien sind Bakterien, die vor allem beim Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr übertragen werden. Sie können die Harnröhre, den Gebärmutterhals, den Enddarm und manchmal auch den Rachen befallen. Besonders tückisch ist, dass die meisten Infektionen lange unerkannt bleiben.

Wie häufig sind Chlamydien-Infektionen? Chlamydien gehören in der Schweiz – und weltweit – zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, vor allem bei Menschen unter 30 Jahren. Die Erkrankung bleibt oft unentdeckt, da sie selten starke Symptome verursacht.

Chlamydien: Welche Symptome treten auf?

Nur ein Teil der Betroffenen entwickelt Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, gehören dazu:

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Mitunter unangenehm riechender, schleimig-eitriger Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide
  • Unterbauchschmerzen
  • Leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen beim Sex
  • Reizung oder Schmerzen im Enddarm, falls dort eine Infektion vorliegt

Unbehandelt kann sich die Infektion weiter ausbreiten und bei Frauen Eileiterentzündungen oder bei Männern Entzündungen der Nebenhoden verursachen.

Was hilft gegen Chlamydien? Chlamydien lassen sich sehr gut mit Antibiotika behandeln. Die Therapie dauert meist wenige Tage. Es ist wichtig, während der Behandlung keinen Sex zu haben und Sexualpartner mitbehandeln zu lassen, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Prognose: Wird eine Chlamydien-Infektion früh erkannt, heilt sie vollständig. Ohne Behandlung kann sie jedoch langfristige Folgen wie Unfruchtbarkeit, chronische Schmerzen im Unterbauch oder Entzündungen der Beckenorgane verursachen.

Wie lässt sich vorbeugen?

  • Kondome beim Vaginal-, Anal- und Oralsex
  • Tests bei neuen Partnern
  • Regelmässige Vorsorge bei häufig wechselnden Partnern
  • Offene Gespräche über sexuelle Gesundheit

Was ist Tripper?

Tripper ist eine bakterielle Infektion, die sehr leicht über sexuelle Kontakte übertragen wird. Sie betrifft bevorzugt die Schleimhäute der Harnröhre, des Gebärmutterhalses, des Enddarms oder des Rachens. Weil die Bakterien sich schnell vermehren, können die Beschwerden rasch auftreten.

Wie verbreitet ist Tripper? Die Fallzahlen steigen seit mehreren Jahren deutlich an. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit mehreren Sexualpartnern oder ungeschütztem Sex.

Tripper: Welche Symptome treten auf?

Viele Infektionen bleiben ohne Symptome. Daher ist die Gefahr einer Weitergabe hoch. Mögliche Beschwerden unterscheiden sich nach Geschlecht und Infektionsort.

Männer:

  • Gelblich-eitriger Ausfluss
  • Starkes Brennen beim Wasserlassen
  • Manchmal Schmerzen oder Schwellungen im Hodenbereich

Frauen:

  • Vermehrter Ausfluss
  • Zwischenblutungen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Oft nur leichte oder gar keine Beschwerden

After oder Rachen:

  • Oft völlig ohne Symptome
  • Manchmal Halsschmerzen oder Brennen im Analbereich

Was hilft gegen Tripper? Tripper wird mit einer Kombination aus Antibiotika behandelt. Der Grund ist, dass der Erreger zunehmend resistent gegen einzelne Medikamente wird. Die Behandlung erfolgt in der Regel problemlos an einem einzigen Termin.

Prognose: Ist Tripper heilbar? Mit der richtigen Therapie heilt Tripper fast immer vollständig aus. Unbehandelt kann er jedoch schwere Folgen haben, etwa Entzündungen der Beckenorgane, Gelenkentzündungen oder bei Männern Nebenhodenentzündungen.

Vorbeugung: Was schützt vor Tripper?

  • Kondome bei jeder Form des Verkehrs
  • Sexuelle Kontakte gut wählen
  • Gemeinsame Tests bei neuen Partnerschaften
  • Nach Risikosituationen frühzeitig testen lassen

Was ist Syphilis?

Syphilis ist eine Infektion, die in mehreren Stadien verläuft und unterschiedliche Beschwerden verursachen kann. Die Erkrankung beginnt meist mit einer kleinen, schmerzlosen Wunde im Genitalbereich und kann sich später über den ganzen Körper ausbreiten.

Wie häufig ist Syphilis? Syphilis ist seltener als Chlamydien oder Tripper, die Anzahl der gemeldeten Fälle nimmt jedoch seit Jahren leicht zu. Besonders gefährdet sind Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.

Syphilis: Welche Symptome treten auf?

Frühphase: Syphilis verläuft in mehreren Phasen. Am Anfang steht oft eine kleine, schmerzlose geschwürartige Wunde an der Eintrittsstelle, also an der Stelle, an der das Syphilis-Bakterium beim sexuellen Kontakt in den Körper gelangt ist (Genital- oder Analbereich, Mund- oder Rachenraum). Das Primärgeschwür (Primärulcus oder „harter Schanker“) heilt oft von allein, was viele Betroffene in Sicherheit wiegt.

Zweite Phase:

  • Ausschlag am Körper
  • Fieber, Müdigkeit
  • Gelegentlich Haarausfall oder geschwollene Mandeln

Latenzphase

  • Keine Beschwerden, Erkrankung bleibt aber im Körper

Spätphase (selten)

  • Tritt nur bei jahrelang unbehandelter Infektion auf
  • Mögliche Schäden an Herz, Blutgefässen oder Nervensystem

Was hilft gegen Syphilis? Syphilis wird bevorzugt mit Penicillin-Injektionen behandelt. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und ist sehr effektiv. Auch Sexualpartner sollten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Prognose: Ist Syphilis heilbar? Frühzeitig erkannt ist Syphilis sehr gut heilbar. Die Behandlung verhindert, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet oder schwere Spätfolgen entstehen. Auch im fortgeschrittenen Stadium ist Syphilis noch heilbar. Bereits entstandene Organschäden können aber nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Vorbeugung: Was schützt vor Syphilis?

  • Kondome schützen zuverlässig
  • Bluttests bei neuen Partnerschaften oder Risikoverhalten
  • Aufklärung und ehrliche Gespräche über sexuelle Gesundheit

Was ist Herpes genitalis (Genitalherpes)?

Herpes genitalis wird durch Herpes-simplex-Viren (HSV) verursacht, hauptsächlich durch Typ 2 (HSV-2), aber auch durch Typ 1 (HSV-1). Einmal mit dem Virus infiziert, bleibt es im Körper und kann immer wieder zu Ausbrüchen führen. Herpes genitalis tritt bei manchen Menschen wiederholt und deutlich bemerkbar auf. Die meisten haben allerdings nur einzelne oder sehr milde Episoden. Herpes-simplex-Viren werden – wie viele andere Erreger von sexuell übertragbaren Erkrankungen – auch weitergegeben, wenn Infizierte keine sichtbaren Symptome zeigen.

Wie häufig ist Herpes genitalis? Etwa 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung tragen das Virus in sich. Die Infektion gehört damit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Syphilis: Welche Symptome treten auf?

Frühphase: Syphilis verläuft in mehreren Phasen. Am Anfang steht oft eine kleine, schmerzlose geschwürartige Wunde an der Eintrittsstelle, also an der Stelle, an der das Syphilis-Bakterium beim sexuellen Kontakt in den Körper gelangt ist (Genital- oder Analbereich, Mund- oder Rachenraum). Das Primärgeschwür (Primärulcus oder „harter Schanker“) heilt oft von allein, was viele Betroffene in Sicherheit wiegt.

Zweite Phase:

  • Ausschlag am Körper
  • Fieber, Müdigkeit
  • Gelegentlich Haarausfall oder geschwollene Mandeln

Latenzphase

  • Keine Beschwerden, Erkrankung bleibt aber im Körper

Spätphase (selten)

  • Tritt nur bei jahrelang unbehandelter Infektion auf
  • Mögliche Schäden an Herz, Blutgefässen oder Nervensystem

Was hilft gegen Syphilis? Syphilis wird bevorzugt mit Penicillin-Injektionen behandelt. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und ist sehr effektiv. Auch Sexualpartner sollten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Prognose: Ist Syphilis heilbar? Frühzeitig erkannt ist Syphilis sehr gut heilbar. Die Behandlung verhindert, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet oder schwere Spätfolgen entstehen. Auch im fortgeschrittenen Stadium ist Syphilis noch heilbar. Bereits entstandene Organschäden können aber nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Vorbeugung: Was schützt vor Syphilis?

  • Kondome schützen zuverlässig
  • Bluttests bei neuen Partnerschaften oder Risikoverhalten
  • Aufklärung und ehrliche Gespräche über sexuelle Gesundheit

Was ist Herpes genitalis (Genitalherpes)?

Herpes genitalis wird durch Herpes-simplex-Viren (HSV) verursacht, hauptsächlich durch Typ 2 (HSV-2), aber auch durch Typ 1 (HSV-1). Einmal mit dem Virus infiziert, bleibt es im Körper und kann immer wieder zu Ausbrüchen führen. Herpes genitalis tritt bei manchen Menschen wiederholt und deutlich bemerkbar auf. Die meisten haben allerdings nur einzelne oder sehr milde Episoden. Herpes-simplex-Viren werden – wie viele andere Erreger von sexuell übertragbaren Erkrankungen – auch weitergegeben, wenn Infizierte keine sichtbaren Symptome zeigen.

Wie häufig ist Herpes genitalis? Etwa 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung tragen das Virus in sich. Die Infektion gehört damit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Genitalherpes: Welche Symptome treten auf?

  • Schmerzhafte Bläschen oder kleine Wunden
  • Brennen oder Jucken im Genitalbereich
  • Fieber oder Abgeschlagenheit in der ersten Episode
  • Wiederkehrende, aber meist mildere Ausbrüche

Behandlung: Was hilft gegen Genitalherpes? Genitalherpes lässt sich gut kontrollieren. Bei häufigen Beschwerden kann eine Dauertherapie sinnvoll sein. Medikamente gegen Genitalherpes…

  • …verkürzen die Dauer eines Ausbruchs
  • …lindern Beschwerden
  • …verringern die Häufigkeit von Rückfällen
  • … reduzieren das Risiko einer Übertragung

Prognose: Ist Genitalherpes heilbar? Genitalherpes lässt sich nicht vollständig heilen. Die meisten Menschen können mit modernen Therapien aber ein nahezu beschwerdefreies Leben führen.

Vorbeugung: Was schützt vor Genitalherpes?

  • Auf Sex während eines akuten Ausbruchs verzichten.
  • Kondome reduzieren das Risiko.
  • Medikamente können die Ansteckungsgefahr senken.
Urologe Prof. Dr. med. Stephen Wyler | Urologie Aarau

„Geschlechtskrankheiten sind vielen Menschen peinlich. In der urologischen Praxis sind sie Alltag. Sie können sich jederzeit ohne falsche Scham mit Ihren Bedenken oder Beschwerden an uns wenden.

Prof. Dr. med. Stephen Wyler, Facharzt für Urologie

HPV-Schutzimpfung

Die HPV-Schutzimpfung gilt weltweit als wichtigste Vorbeugungsmassnahme für den Schutz von Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs sowie für den Schutz vor Genitalwarzen. Damit die Impfung ihre wolle Wirksamkeit entfaltet, sollte sie allerdings vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen sein. Deshalb empfehlen das Bundesamt für Gesundheit und die Eidgenössische Kommission für Impffragen die HPV-Impfung von Jugendlichen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Die Empfehlung gilt ausserdem für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von bis zu 26 Jahren. Für diese Gruppen (also 11 bis 26 Jahre) werden die Kosten der Impfung von der Krankenversicherung übernommen, wenn die Impfung im Rahmen kantonaler Programme erfolgt.

Wovor schützt die HPV-Schutzimpfung?

Die HPV-Schutzimpfung schützt vor der Entstehung verschiedener Krebsarten und anderen gesundheitlichen Problemen. Dazu gehören:

Schutz vor Gebärmutterhalskrebs: Fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch eine Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen (vor allem Typ 16 und 18) verursacht. Die HPV-Impfung schützt vor diesen häufigsten und gefährlichsten HPV-Typen, die weltweit für etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Schutz vor anderen Krebsarten: Neben Gebärmutterhalskrebs begünstigen HPV-Infektionen auch andere Krebsarten wie Analkrebs (90 Prozent der Fälle mit HPV-Infektion assoziiert), Vaginalkrebs (70 Prozent) und Vulvakrebs (50 Prozent). Auch die ansteigenden Fallzahlen von Rachenraumkrebs und Peniskrebs führen Experten unter anderem auf die Verbreitung von HPV zurück.

Schutz vor Genitalwarzen: Einige HPV-Typen, sogenannte Niedrigrisiko-HPV-Typen wie die Typen 6 und 11, verursachen Genitalwarzen (Kondylome). Diese Warzen sind zwar in der Regel gutartig, können aber auch lästig und schmerzhaft sein und eine wiederholte Behandlung erfordern.

Wie verträglich ist die HPV-Schutzimpfung?

Die HPV-Schutzimpfung wird weltweit seit vielen Jahren angewendet. Umfangreiche Studien belegen, dass die Impfung sehr gut verträglich ist. Nebenwirkungen sind selten und meistens auf vorübergehende Beschwerden wie Schmerzen an der Injektionsstelle, leichtes Fieber oder Kopfschmerzen beschränkt.

Urologische Abklärung von Geschlechtskrankheiten

In der Urologie Aarau bieten wir eine umfassende, vertrauensvolle Betreuung bei allen Fragen rund um sexuell übertragbare Erkrankungen:

  • Diskrete und moderne Diagnostik (Abstriche, Urintests, Bluttests)
  • Schnelle Behandlung nach neuesten medizinischen Standards
  • Beratung zu Partnerbehandlung und Schutzmassnahmen
  • Prävention und individuelle Vorsorge
  • Unterstützung bei wiederkehrenden Infektionen
  • Umfassende Beratung zu sexueller Gesundheit

Viele STDs lassen sich leicht behandeln. Der wichtigste Schritt ist die frühzeitige Abklärung. Egal ob Sie Beschwerden haben, ein Risiko vermuten oder einfach nur Gewissheit möchten: Wir sind für Sie da.