Neuro-Urologie in der Facharztpraxis Urologie Aarau
Die Neuro-Urologie ist das Fachgebiet der Urologie, das sich mit neurologisch bedingten Erkrankungen des Urogenitalsystems beschäftigt. Neurogene Blasenfunktionsstörungen oder das chronische Beckenschmerzsyndrom beispielsweise verringern die Lebensqualität der Betroffenen mitunter erheblich. Deshalb legt das Team der Praxis Urologie Aarau grossen Wert darauf, Betroffene individuell zu betreuen. Wir nehmen uns Zeit – vom ersten Beratungsgespräch über die Diagnostik bis hin zu Therapie oder Zweitmeinungen.
Was ist Neuro-Urologie?
Die Neuro-Urologie befasst sich mit den Auswirkungen von neurologischen Erkrankungen auf die Funktionen der Harnblase und der Harnwege. Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Rückenmarksverletzungen, Schlaganfälle oder Bandscheibenvorfälle können neurogene Blasenfunktionsstörungen verursachen. Diese führen zu verschiedenen Symptomen wie Harninkontinenz, Restharnbildung, häufigem Harndrang, Harnverhalt oder zur Niereninsuffizienz.
Fachärztin für Urologie und Expertin für Neuro-Urologie
Die Neuro-Urologie ist der Fachbereich der Urologie, der sich mit den komplexen Zusammenhängen von Nervensystem und Harnblasenfunktion beschäftigt. Ihre Ansprechpartnerin für neuro-urologische Erkrankungen in der Urologie Aarau ist PD Dr. Dr. med. Stephanie Knüpfer. Die Fachärztin für Urologie ist eine renommierte Expertin für Neuro-Urologie und medikamentöse Tumortherapie.
Neurogene Blasenfunktionsstörungen: Diagnose und Therapie
Die Praxis Urologie Aarau bietet Ihnen eine breite Palette der Optionen zu Diagnose und Behandlung von neurogenen Blasenfunktionsstörungen – von der Beratung über ambulante Eingriffe bis zu OP und Nachsorge.
Was ist Video-Urodynamik?
Blasenfunktionsstörungen haben vielfältige und mitunter sehr komplexe Ursachen. Deshalb ist die Praxis Urologie Aarau mit modernster Technik zur Diagnose von Blasenfunktionsstörungen ausgestattet. Ein zentrales technisches Hilfsmittel ist ein videourodynamischer Messplatz. Hier finden Sie Informationen darüber, wozu die Videourodynamik dient und wie sie eingesetzt wird: Video-Urodynamik – Präzise Diagnose von Störungen der Blasenfunktion
Was hilft bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen?
In der Behandlung von neurogenen Blasenfunktionsstörungen finden wir gemeinsam mit Ihnen den individuellen Ansatz, der auf Ihre Symptome und Bedürfnisse abgestimmt ist. Sie erhalten – passend zu Ursache und Schweregrad der neurogenen Blasenfunktionsstörung – einen Behandlungsplan, der konservative Massnahmen, medikamentöse Therapien und, falls nötig, operative Eingriffe umfasst.
Konservative Behandlungsmethoden
Katheterisierung: In manchen Fällen ist die regelmässige Entleerung der Blase durch einen Katheter (Intermittierender Selbstkatheterismus, ISK) notwendig, um die Harnblase zu entleeren. Wir beraten Sie individuell und zeigen, wie Sie diese Technik sicher und hygienisch beherrschen.
Medikamentöse Therapie
Medikamente zum Einnehmen: Es gibt viele Medikamente, die bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen angewendet werden. Die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe gehören zur Wirkstoffgruppe der Anticholinergika. Diese Medikamente entspannen die Blasenmuskulatur und verringern so unwillkürliche Blasenkontraktionen. Das lindert beispielsweise übermässigen Harndrang.
Botulinumtoxin-Injektionen in die Blase: Bei schweren Blasenfunktionsstörungen, die auf Medikamente nicht ausreichend ansprechen, können Injektionen des Wirkstoffes Botulinumtoxin helfen, die Überaktivität des Blasenmuskels zu reduzieren und somit die Beschwerden zu lindern. Die Wirkung dieser Injektionen hält in der Regel bis zu Monaten an und kann bei Bedarf wiederholt werden.
Invasive Therapien
Blasenschrittmacher (Sakrale Neuromodulation oder Sakralnervenstimulation): Ein Blasenschrittmacher ist ein kleiner Impulsgeber, der unter die Haut implantiert wird. Er sendet sanfte elektrische Signale an die Nerven, die die Blasenfunktion kontrollieren – und kann so den Harndrang regulieren und die Blasenkontrolle verbessern. Blasenschrittmacher werden vor allem dann eingesetzt, wenn medikamentöse und konservative Behandlungen nicht erfolgreich waren.
Dauerhafter Katheter: Wenn Einmalkatheter (Intermittierender Selbstkatheterismus, siehe oben) nicht infrage kommen, kann ein dauerhafter Blasenkatheter notwendig sein, um die Blase entleeren zu können. Dauerhafte Katheter werden durch die Harnröhre (transurethral) oder durch die Bauchdecke (suprapubisch) gelegt. Dauerkatheter werden in der Regel nur dann in Betracht gezogen, wenn keine anderen Behandlungen mehr wirksam sind.
Operationen: In bestimmten Fällen von neurogenen Blasenfunktionsstörungen kann ein stationärer operativer Eingriff notwendig sein, beispielsweise eine Operation zur Erweiterung der Blase oder zur Anlage einer Harnableitung. Eingriffe wie diese nehmen unsere Ärztinnen und Ärzte in Partner-Spitälern wie dem Kantonsspital Aarau (KSA) vor – und begleiten Sie von der individuellen Beratung über die Operation bis zur Nachsorge.
Das chronische Beckenschmerzsyndrom
Bis zu elf Prozent der Schweizerinnen und Schweizer erleben über mehr als drei Monate anhaltende und wiederkehrende Schmerzen im Bereich des Beckens, für die sich oft keine klare Ursache finden lässt. Mediziner bezeichnen diese Symptomatik als chronisches Beckenschmerzsyndrom (CBSS) oder Chronic Pelvic Pain Syndrome (CPPS).
Bei Frauen steht CPPS mitunter in Zusammenhang mit Endometriose oder einer besonderen Form der Blasenentzündung, der interstitiellen Zystitis. Eine mögliche Ursache für das chronische Beckenschmerzsyndrom bei Männern ist eine Prostataentzündung.
Wegen der Überlappungen mit diesen und anderen Krankheitsbildern erfordern Diagnose und Behandlung von chronischem Beckenschmerzsyndrom eine besonders sorgfältige Diagnose und Therapieplanung. Das Team der Praxis Urologie Aarau wird Sie auf diesem Weg mit Empathie und Expertise begleiten – damit Sie möglichst bald wieder schmerzfrei sind.
Beckenschmerzsyndrom: typische Symptome
- Über Wochen anhaltende und/oder wiederkehrende Schmerzen im Bereich des Uro-Genitaltraktes
- Schmerzverstärkung in Ruhe (Sitzen), nach Geschlechtsverkehr oder Stuhlgang sowie bei psychischen Belastungen
- Beschwerden wie häufiger Harndrang oder erschwertes Wasserlösen
- Durch die Symptome bedingte psychische Erkrankungen wie Angstgefühle oder Depression
Weitere Leistungen der Urologischen Praxis Aarau

