Uro-Onkologie: Krebserkrankungen des Harntraktes

Die Diagnose Krebs ist immer eine schwere Belastung. Ob Nieren-, Blasen-, Harnröhren- oder Prostatakrebs: Unsere Expertinnen und Experten für Uro-Onkologie bieten modernste fachmedizinische Versorgung – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge. Und wir nehmen uns auch die Zeit, gemeinsam mit Ihnen das Therapiekonzept zu entwickeln, das am besten zu Ihren Vorstellungen passt.

Was ist Uro-Onkologie?

Die Uro-Onkologie der Fachbereich der Urologie, der sich mit der Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane beschäftigt. Krebserkrankungen wie Prostatakrebs, Blasenkrebs, Nierenkrebs, Harnleiterkrebs und Hodenkrebs gehören zu den häufigsten urologischen Tumoren.

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Uro-Onkologie: Die häufigsten Krebserkrankungen

Die häufigsten Krebserkrankungen des Urogenitaltraktes pro Jahr nach Angaben der Schweizer Krebsliga in Häufigkeit und Zahl der Todesfälle:

  • Prostatakrebs: 7.400 Neuerkrankungen (1.400 Todesfälle)
  • Blasenkrebs: 1.330 (590)
  • Nierenkrebs: 1.090 (280)
  • Hodenkrebs: 470 (15)
  • Nierenbecken- und Harnleiterkrebs: 200 (160)

Uro-Onkologie in der Urologie Aarau

Die Praxis Urologie Aarau bietet Ihnen umfassende Betreuung und Beratung im Bereich der Uro-Onkologie. Das gilt nicht nur für die ambulante Versorgung. Dank unserer Kooperation mit diversen Spitälern im Kanton Aargau und der Schweiz begleiten unsere Urologinnen und Urologen Sie auch bei stationären Aufenthalten: von der Aufnahme über die Operation bis zur Nachsorge.

Als klinisch erfahrene Mediziner wissen wir, wie sehr eine Krebsdiagnose das Leben erschüttert. Deshalb legen wir besonderen Wert darauf, Sie als Mensch in den Mittelpunkt zu stellen – und die Krebstherapie gemeinsam mit Ihnen auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen ersten kurzen Überblick über die häufigsten urologischen Krebserkrankungen geben und erläutern, welche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Urologe Prof. Dr. med. Stephen Wyler | Urologie Aarau

„Je früher Krebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Das gilt vor allem für Menschen jungen und mittleren Alters. Wenn Männer so oft zur Vorsorge gehen würden wie Frauen, liesse sich die Zahl der Todesfälle durch Krebs deutlich verringern.“

Prof. Dr. med. Stephen Wyler, Facharzt für Urologie

Blasenkrebs

Blasenkrebs (Blasenkarzinom) ist in der Schweiz nach Prostatakrebs die häufigste Krebsart im Bereich der Urologie. Blasenkrebs tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Männer (etwa 1.000 Fälle pro Jahr) sind dreimal häufiger betroffen als Frauen (330). In den meisten Fällen entwickelt sich Blasenkrebs aus Zellen der inneren Blasenschleimhaut.

Symptome von Blasenkrebs sind Blut im Urin (Hämaturie), Schmerzen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang. Da die Symptome häufig unspezifisch sind, ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend für den Behandlungserfolg.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen ersten kurzen Überblick über die häufigsten urologischen Krebserkrankungen geben und erläutern, welche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Therapieformen bei Blasenkrebs

Die Therapie von Blasenkrebs hängt stark von der Grösse, dem Stadium und der Ausbreitung des Tumors ab. Zu den wichtigsten Behandlungsoptionen gehören:

Transurethrale Resektion der Blase (TUR-B):
Diese minimalinvasive Operation wird häufig bei oberflächlichem Blasenkrebs eingesetzt, der noch nicht in tiefere Schichten der Blasenwand eingedrungen ist. Bei diesem Eingriff wird der Tumor über die Harnröhre mithilfe eines Endoskops entfernt. In vielen Fällen folgt eine lokale Chemotherapie, um ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern.

Radikale Zystektomie:
Bei fortgeschrittenem Blasenkrebs kann die vollständige Entfernung der Blase erforderlich sein. Bei diesem Eingriff wird dann auch eine neue Möglichkeit zur Urinableitung geschaffen. Dafür gibt es vor allem zwei Möglichkeiten.   Eine ist das sogenannte Ileumconduit: Dabei werden Teile des Dünndarms dazu verwendet, den Urin nach aussen in einen Beutel abzuleiten. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Neoblase: Dabei wird aus Dünndarmteilen eine neue Blase geformt. Welche der Optionen infrage kommt, ist von Alter, Tumorgrösse und Tumorlokalisation in der Blase abhängig.

Chemotherapie:
Bei aggressiven oder fortgeschrittenen Formen des Blasenkrebses wird häufig eine Chemotherapie vor oder nach der Operation eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern oder die Ausbreitung zu verhindern.

Immuntherapie:
In den letzten Jahren hat sich die Immuntherapie als vielversprechende Option bei Blasenkrebs erwiesen. Sie hilft dem körpereigenen Immunsystem, Krebszellen effektiver zu bekämpfen. Hierbei kommen sogenannte Checkpoint-Inhibitoren zum Einsatz, die das Immunsystem aktivieren.

Prostatakrebs & Prostatavorsorge

Prostatakrebs ist die mit Abstand häufigste Krebsart des Urogenitaltraktes. Wegen der besonderen Bedeutsamkeit und der herausragenden Rolle der Prostatavorsorge haben wir die Informationen rund um die Erkrankungen der männlichen Vorsteherdrüse in einer eigenen Rubrik zusammengefasst.

Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom)

Arztgespräch

Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom) ist eine Krebserkrankung, die in den Zellen der Nierenrinde entsteht. Auch Nierenzellkarzinome sind bei Männern (770 Neuerkrankungen/Jahr) deutlich häufiger als bei Frauen (320).

Symptome verursacht Nierenkrebs in der Regel erst in fortgeschrittenen Stadien. Zu den Anzeichen gehören Blut im Urin, Flankenschmerzen, unerklärlicher Gewichtsverlust oder allgemeine Schwäche. Dank moderner bildgebender Verfahren wie der Sonographie (Ultraschall), der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) kann Nierenkrebs heute oft frühzeitig entdeckt werden.

Therapieformen bei Nierenkrebs

Die Behandlung von Nierenkrebses orientiert sich am Stadium der Erkrankung sowie am Gesundheitszustand der Patienten. Zu den gängigen Therapieverfahren zählen:

Partielle Nephrektomie:
Bei kleineren Tumoren ist es häufig möglich, mit dem Da-Vinci Operationsroboter minimalinvasiv nur den betroffenen Teil der Niere zu entfernen. Diese Methode schont die Nierenfunktion und ist eine der Standardbehandlungen bei früh entdecktem Nierenkrebs.

Radikale Nephrektomie:
Bei grösseren oder fortgeschritteneren Tumoren ist es notwendig, die gesamte betroffene Niere zu entfernen. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel ebenfalls minimalinvasiv mit dem Da Vinci-Operationsroboter (Schlüssellochchirurgie), um die Belastung für den Patienten zu minimieren.

Ablative Therapien:
In bestimmten Fällen, zum Beispiel bei älteren oder schwer kranken Menschen, sind belastende Operationen nicht die beste Wahl. In diesen Fällen kommen sogenannten ablative Therapien wie die Radiofrequenzablation zum Einsatz, bei denen der Tumor durch Hitze zerstört wird.

Zielgerichtete medikamentöse Therapien:
Bei fortgeschrittenem Nierenkrebs, der bereits Metastasen gebildet hat, kommen oft sogenannte zielgerichtete Medikamente zum Einsatz. Dabei handelt es sich Wirkstoffe, die speziell die Krebszellen angreifen und deren Wachstum hemmen. Diese Medikamente wirken auf molekularer Ebene und haben weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Chemotherapien.

Immuntherapie:
Auch beim Nierenkrebs wird die Immuntherapie immer häufiger eingesetzt. Diese Methode stimuliert das Immunsystem, um die Krebszellen zu bekämpfen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Harnleiterkrebs

Harnleiterkrebs (Urothelkarzinom des Harnleiters) ist eine seltene Form von Krebs, die den Harnleiter betrifft, also die Verbindung von Nieren und Blase. Harnleiterkrebs ist eine der gefährlichsten Krebserkrankungen des Urogenitalsystems. Auf 200 Neuerkrankungen pro Jahr kommen 160 Todesfälle. Da Harnleiterkrebs oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, ist eine rasche Diagnose und Behandlung entscheidend.

Symptome: Die Anzeichen von Harnleiterkrebs sind weitegehend deckungsgleich mit denen von Blasenkrebs, also vor allem häufig Blut im Urin (Hämaturie) sowie Schmerzen in der Flanke.

Therapieformen bei Harnleiterkrebs

Zu den wesentlichen Therapieformen bei Harnleiterkrebs gehören:

Chirurgische Entfernung des Tumors:
Abhängig von der Lage und Grösse des Tumors wird dieser in der Regel operativ entfernt. Bei kleineren Tumoren kann eine teilweise (partielle) Entfernung des Harnleiters in Betracht gezogen werden, während bei grösseren und aggressiven Tumoren die Entfernung des gesamten betroffenen Harnleiters und der Niere notwendig ist (Nephroureterektomie).

Endoskopische Resektion:
Bei kleineren, oberflächlichen Tumoren kann das Geschwür mitunter im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs von innen mit einem Laser abgetragen werden (endoskopische Resektion). Diese Methode kann diskutiert werden, wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird.

Adjuvante Therapie:
Chemotherapie oder Strahlentherapie werden nach der Operation von Harnleiterkrebs angewendet, um verbliebene Krebszellen zu zerstören und ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern.

Zielgerichtete medikamentöse Therapie und Immuntherapie:
In fortgeschrittenen Stadien, insbesondere wenn sich Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet haben, kommen beim Harnleiterkrebs auch moderne zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien zum Einsatz. Diese können das Tumorwachstum verlangsamen und die Lebensqualität erheblich verbessern.

Porträt von Urologe Dr. med. Tilmann Möltgen | Urologie Aarau

„Die meisten Krebserkrankungen sind heilbar, wenn sie in frühen Stadien erkannt werden – und kaum Symptome verursachen. Deshalb der dringende Rat: Gehen Sie regelmässig zur Vorsorge.“

Dr. med. Tilmann Möltgen, Facharzt für Urologie

Hodenkrebs

Hodenkrebs ist eine Krebserkrankung, die in jedem Alter auftreten kann, aber vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren betrifft. Die meisten Hodentumoren sind Keimzelltumoren, die entweder als Seminom oder Nicht-Seminom klassifiziert werden. Da Hodenkrebs in den meisten Fällen sehr gut behandelbar ist, sind die Heilungschancen bei frühzeitiger Diagnose exzellent. Auf 470 Neuerkrankungen pro Jahr kommen lediglich 15 tödliche Verläufe (bei denen der Tumor in der Regel erst spät entdeckt wurde und/oder andere Umstände die Prognose verschlechtern).

Symptome von Hodenkrebs sind – so weit äusserlich wahrnehmbar – schmerzlose und schmerzhafte Schwellungen oder Verhärtungen des Hodens.

Therapieformen bei Hodenkrebs

Die Behandlung von Hodenkrebs hängt stark von der Art des Tumors und dessen Ausbreitung ab. Zu den gängigen Therapieverfahren gehören:

Operative Entfernung des Hodens (Semikastratio):
Die Entfernung des betroffenen Hodens ist der erste und wichtigste Schritt in der Behandlung von Hodenkrebs. Dieser Eingriff erfolgt in den meisten Fällen über einen Schnitt in der Leiste und hat eine sehr gute Prognose, wenn der Tumor früh erkannt wird.

Chemotherapie:
Insbesondere bei Nicht-Seminomen, die schneller wachsen und früher Tochtergeschwüre (Metastasen) bilden, kann sich an die Operation eine Chemotherapie anschliessen, die verbliebene Krebszellen eliminieren soll. Diese Behandlung erfolgt in mehreren Zyklen und hat sehr hohe Erfolgsquoten.

Strahlentherapie:
Seminome sprechen besonders gut auf Strahlentherapie an, weshalb diese Form der Therapie häufig nach der Operation zur Sicherheit angewendet wird. Sie hilft, etwaige Tumorreste im Körper zu zerstören.

Retroperitoneale Lymphadenektomie:
In fortgeschrittenen Stadien kann es notwendig sein, Lymphknoten im Bauchraum zu entfernen, um eine Ausbreitung des Krebses zu verhindern. Dieser Eingriff wird in spezialisierten Zentren vorgenommen.

Nachsorge:
Nach der Behandlung von Hodenkrebs ist eine engmaschige Nachsorge über viele Jahre hinweg wichtig, um ein mögliches Wiederauftreten der Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.