Immer öfter „müssen“ müssen: Starker Harndrang bei Männern

Sie werden nachts mehrmals wach, weil Sie Wasser lösen müssen? Oder Sie verspüren tagsüber plötzlich so starken Harndrang, dass Sie Gespräche unterbrechen, Sitzungen verlassen oder während einer Autofahrt sofort die nächste Möglichkeit zum Anhalten suchen müssen? Mit diesen Beschwerden sind Sie nicht allein. Die gute Nachricht: Übermässiger Harndrang lässt sich meistens gut behandeln. Als Urologen sind wir darauf spezialisiert, die Auslöser zu erkennen und die für Sie am besten passenden Therapien aufzuzeigen und einzuleiten.

Ist häufigeres Wasserlassen im Alter normal?

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Harnwege. Deshalb kommt es bei Männern ab 50 häufiger zu Beschwerden beim Wasserlassen. Häufiges Wasserlösen, starker Harndrang oder wiederholter nächtlicher Harndrang sind mit zunehmendem Alter zwar verbreitet, sollten aber nicht automatisch als normale Alterserscheinung betrachtet werden. Oft steckt eine konkrete Ursache dahinter, die sich behandeln oder zumindest deutlich verbessern lässt. Wer Beschwerden über längere Zeit ignoriert, riskiert unnötige Einschränkungen seiner Lebensqualität.

Diagnose und Behandlung von übermässigem Harndrang

In der Urologie Aarau finden Sie Expertinnen und Experten für die Diagnose und Behandlung von übermässigem Harndrang. Ausserdem ist die Praxis mit einem eigenen Videourodynamik-Messplatz für die Diagnose von komplexen Blasenfunktionsstörungen ausgestattet.

Harndrang und Nykturie: Was wir untersuchen?

In der Sprechstunde werden wir zunächst ausführlich über Ihre Beschwerden sprechen sowie Ihre Krankengeschichte erheben (Anamnese). Darauf folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Je nach Situation können ergänzend folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Ultraschall von Blase, Prostata und Nieren
  • Urinuntersuchungen
  • Blutuntersuchungen
  • Messung des Harnflusses (Uroflowmetrie)
  • Bestimmung des Restharns nach dem Wasserlassen

Diese Untersuchungen ermöglichen es, die Ursache der Beschwerden gezielt einzugrenzen. Bei ausgeprägten Blasenfunktionsstörungen können aufwendigere Untersuchungen notwendig sein.

Porträt von Urologe Dr. med. Tilmann Möltgen | Urologie Aarau

„Übermässig starker oder häufiger nächtlicher Harndrang sind alles andere als angenehm, aber weit verbreitet. Dabei lassen sich die Beschwerden sehr oft merklich lindern. Mein Rat: Keine falsche Scham. Gehen Sie zum Arzt.  Lassen Sie sich untersuchen.“

Dr. med. Tilmann Möltgen, Facharzt für Urologie

Urologie Aarau: Kompetente Hilfe bei übermässigem Harndrang

Harndrang lässt sich zuweilen schon durch Anpassungen des Trinkverhaltens, gezieltes Training oder Medikamente lindern. In anderen Fällen müssen auslösende Erkrankungen behandelt werden. Selten sind operative Eingriffe das Mittel der Wahl. Welche Therapie für Sie sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer sorgfältigen Abklärung beurteilen. Fest steht: Sie brauchen übermässigen Harndrang nicht einfach hinzunehmen. In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden deutlich lindern – und damit Lebensqualität und Sicherheit im Alltag gewinnen.

In der Urologischen Praxis Aarau profitieren Sie nicht nur von der Kompetenz der sehr erfahrenen Urologinnen und Urologen, sondern auch von einer modernen Praxisausstattung auf Spital-Niveau. Dazu gehört beispielsweise ein Videourodynamik-Messplatz. Wozu der dient, lesen Sie hier: Video-Urodynamik – Präzise Diagnose von Störungen der Blasenfunktion. 

Urologin PD Dr. Dr. med. Stephanie Knüpfer Portrait

Fachärztin und Expertin für Neuro-Urologie

Ein Schwerpunkt der Praxis Urologie Aarau liegt in der Neuro-Urologie. Das ist der Fachbereich der Urologie, der sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen dem Nervensystem und der Harnblasenfunktion beschäftigt. PD Dr. Dr. med. Stephanie Knüpfer ist Fachärztin für Urologie sowie eine renommierte Expertin für Neuro-Urologie und medikamentöse Tumortherapie.

Das Krankheitsbild Harndrang bei Männern: Wann ist er normal, wann nicht?

Harndrang ist grundsätzlich ein normales Signal des Körpers. Die Blase meldet, wenn sie gefüllt ist und entleert werden sollte. Problematisch wird es, wenn dieser Drang ungewöhnlich häufig, sehr plötzlich oder besonders stark auftritt.
Als normal gelten bei Erwachsenen etwa vier bis sechs Toilettengänge pro Tag. Wie oft jemand Wasser lösen muss, hängt unter anderem von der Trinkmenge, dem Alter und individuellen Faktoren ab. Entscheidend ist aber nicht allein die Zahl der Toilettengänge. Eine Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn sich die Häufigkeit deutlich verändert, starker oder kaum aufschiebbarer Harndrang auftritt oder die Beschwerden Schlaf und Alltag beeinträchtigen.

Warum habe ich ständig Harndrang? Die häufigsten Ursachen

Gutartige Prostatavergrösserung: Eine häufige Ursache für Harndrang bei Männern über 50 ist die gutartige Vergrösserung der Prostata. Die Prostata umschliesst die Harnröhre. Mit zunehmendem Alter kann sie wachsen und den Urinabfluss behindern. Typische Beschwerden sind:

  • Häufiger Harndrang
  • Nächtliches Wasserlassen
  • Abgeschwächter Harnstrahl
  • Verzögerter Beginn des Wasserlassens
  • Nachträufeln
  • Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung

Hier finden Sie ausführliche Informationen über Prostataerkrankungen.

Überaktive Blase: Bei einer überaktiven Blase zieht sich die Blasenmuskulatur bereits zusammen, obwohl die Blase noch nicht vollständig gefüllt ist. Typische Anzeichen:

  • Plötzlicher, kaum kontrollierbarer Harndrang
  • Häufiges Wasserlassen
  • Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Gelegentlicher ungewollter Urinverlust

Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, sofort eine Toilette aufsuchen zu müssen, obwohl nur geringe Urinmengen abgegeben werden.

 

Weitere mögliche Ursachen übermässigen Harndrangs

  • Entzündungen der Harnwege oder der Blase können starken Harndrang verursachen. Häufig treten zusätzlich Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Unterbauch auf.
  • Bei Diabetes mellitus kann ein erhöhter Blutzuckerspiegel dazu führen, dass die Nieren mehr Flüssigkeit ausscheiden. Die Folge sind häufiges Wasserlassen und verstärkter Harndrang.
  • Insbesondere Herzschwäche und Nierenerkrankungen können dazu führen, dass sich tagsüber Flüssigkeit im Gewebe einlagert und nachts vermehrt über die Nieren ausgeschieden wird. Dies kann zu wiederholtem nächtlichem Harndrang führen.
  • Neurologische Erkrankungen wie Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose (MS) oder Schlaganfälle beispielsweise können das komplexe Zusammenspiel von Gehirn, Rückenmark und Nervenbahnen zur Steuerung der Blasenfunktion stören.
  • Viele Medikamente begünstigen Harndrang oder häufiges Wasserlassen. Dazu gehören beispielsweise Diuretika (entwässernde Medikamente), manche Medikamente gegen Bluthochdruck und Herzinsuffizienz, Antidepressiva, bestimmte Medikamente zur Behandlung von Demenz oder SGLT2-Hemmer zur Behandlung von Diabetes mellitus. 

Behandlung: Was hilft gegen übermässigen Harndrang?

Welche Behandlung gegen übermässigen Harndrang hilft, hängt von der Ursache ab. Je nach Befund kommen beispielsweise Anpassungen der Trinkgewohnheiten, Blasen- und Beckenbodentraining oder Medikamente infrage. Liegt den Beschwerden eine vergrösserte Prostata zugrunde, kann eine gezielte Behandlung der Prostata notwendig sein. Auch andere Grunderkrankungen oder auslösende Medikamente werden bei der Therapie berücksichtigt. Ziel ist es, den Harndrang zu reduzieren und die Kontrolle über die Blase und damit Lebensqualität im Alltag zu verbessern.

Hausmittel gegen übermässigen Harndrang

Einige einfache Massnahmen können die Beschwerden lindern. Dazu gehören eine sinnvoll über den Tag verteilte Flüssigkeitsaufnahme und insbesondere bei nächtlichem Harndrang weniger Flüssigkeit am Abend. Auch der Verzicht auf grössere Mengen Kaffee, Schwarztee, Cola und andere koffeinhaltige Getränke kann helfen. Blasen- und Beckenbodentraining können ebenfalls sinnvoll sein. Solche Massnahmen ersetzen jedoch keine urologische Abklärung, wenn der Harndrang ausgeprägt ist, neu auftritt oder länger anhält.

Übermässiger Harndrang: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

 

Was ist der Unterschied zwischen Blasenschwäche und Inkontinenz?

Blasenschwäche ist ein Sammelbegriff für verschiedene Störungen der Blasenfunktion. Dazu gehören beispielsweise häufiger Harndrang, eine überaktive Blase oder Schwierigkeiten beim Zurückhalten des Urins. Von Inkontinenz spricht man, wenn Urin ungewollt abgeht. Nicht jede Blasenschwäche führt daher automatisch zu einer Inkontinenz.

Welches ist das beste Mittel gegen Harndrang?

Das beste Mittel gegen Harndrang hängt von der Ursache ab. Bei einer vergrösserten Prostata sind andere Behandlungen sinnvoll als bei einer überaktiven Blase oder einer Harnwegsinfektion. Deshalb sollte zunächst die Ursache abgeklärt werden. Je nach Befund können Lebensstiländerungen, Blasentraining, Medikamente oder andere Therapien helfen.

Bei welchen Krankheiten tritt Harndrang auf?

Harndrang ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Er kann unter anderem auftreten bei:

Wie bekomme ich den Harndrang schnell weg?

Bei akutem Harndrang kann es helfen, ruhig stehen zu bleiben, den Beckenboden bewusst anzuspannen und einige tiefe Atemzüge zu nehmen. Langfristig lässt sich übermässiger Harndrang jedoch meist nur bessern, wenn die zugrunde liegende Ursache erkannt und behandelt wird.

Was kann häufiger Harndrang bedeuten?

Häufiger Harndrang kann auf unterschiedliche Erkrankungen oder Umstände hinweisen, etwa auf eine gutartige Prostatavergrösserung, eine überaktive Blase, eine Entzündung der Harnwege, Diabetes mellitus, neurologische Erkrankungen oder die Wirkung bestimmter Medikamente hinweisen. Auch Herz- und Nierenerkrankungen können insbesondere nächtlichen Harndrang verursachen.

Was beruhigt übermässigen Harndrang?

Was übermässigen Harndrang beruhigt, hängt von der Ursache ab. Häufig helfen Blasentraining, Beckenbodenübungen, die Reduktion von koffeinhaltigen Getränken sowie eine angepasste Flüssigkeitsaufnahme am Abend. Bei bestimmten Ursachen können auch Medikamente oder andere medizinische Behandlungen erforderlich sein.