Für Männer Prostataerkrankungen Gutartige Prostatavergrößerung

Gutartige Prostatavergrösserung

Die gutartige Prostatavergrösserung (Benigne Prostatahyperplasie) betrifft bis zu 80 Prozent aller Männer und ist zunächst einmal eine ganz normale Alterungserscheinung, die häufig unbehandelt bleiben kann. Ein starkes Wachstum der Prostata kann allerdings Beschwerden mit sich bringen, vor allem beim Wasserlösen.

Was ist die Prostata?

Prostata ist der medizinische Fachbegriff für die Vorsteherdrüse beim Mann. Die Prostata gehört zu den männlichen Geschlechtsorgangen, Frauen haben keine Vorsteherdrüse. Die Prostata sitzt unterhalb der Blase und ummantelt die männliche Harnröhre. Bei den meisten Männern wächst das innere Prostatagewebe ab dem 45. Lebensjahr mehr oder weniger stark, engt die Harnröhre ein – und verursacht so die Symptome der gutartigen Prostatavergrösserung.

Die Aufgabe der Prostata: Sie produziert das Sekret, in dem die Spermien sich bewegen und das beim Samenerguss mit dem Ejakulat ausgestossen wird. Das Sekret ernährt die Spermien und macht das Erbgut darin haltbarer.

Patientengespräch Dr. Möltgen Urologie Aarau

„Gutartige Prostatavergrösserung muss nicht zwingend Sorge bereiten. Der Verlauf sollte aber ärztlich überwacht werden, um gegebenenfalls notwendige Therapien früh einleiten zu können. Deshalb empfehle ich Ihnen, bei jeder Form von Beschwerden mit dem Wasserlösen frühzeitig einen Arzt zu konsultieren.“

Dr. med. Tilmann Möltgen, Facharzt für Urologie

Symptome von gutartiger Prostatavergrösserung

Die Symptome von gutartiger Prostatavergrösserung äussern sich vor allem durch Beschwerden beim Wasserlösen. Zu den leicht wahrnehmbaren und primär störenden Symptomen gehören schlagartig einsetzender Harndrang oder häufiger nächtlicher Harndrang. Startschwierigkeiten beim Wasserlösen, ein schwächer werdender Harnstrahl, Nachträufeln oder ein Restwassergefühl nach dem Gang zum WC sind weitere mögliche Symptome von gutartiger Prostatavergrösserung.

Komplikationen von gutartiger Prostatavergrösserung

Eine unvollständige Blasenentleerung mit Restharnbildung bedingt ein erhöhtes Risiko für Blasen- und Prostataentzündungen.

Als Folge der Restharnbildung entsteht mitunter ein Harnverhalt. Von einem Harnverhalt sprechen Mediziner, wenn es trotz starken Harndrangs nicht mehr gelingt, die Blase durch Urinieren zu entleeren.

Als Folge einer Störung der Blasenentleerung kann sich der Urin schliesslich in den Harnleiter und die Niere zurückstauen: Mediziner bezeichnen das als Harnstau, der unbedingt behandelt werden muss, um bleibende Nierenschäden zu verhindern.

Diagnose von gutartiger Prostatavergrösserung

Die Abklärung von gutartiger Prostatavergrösserung in der Urologie Aarau folgt den aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. Fragebögen wie der International Prostate Symptom Score (IPSS) helfen dabei, Art und Schwere der Beschwerden einzuordnen. Nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) folgt eine körperliche Untersuchung, zu der manchmal auch die rektale Tastuntersuchung der Prostata gehört.

PSA-Test

Um einen Verdacht auf Prostatakrebs ausschliessen zu können, erfolgt ausserdem ein PSA-Test. PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Bei Prostatakrebs ist die PSA-Konzentration im Blut in der Regel erhöht. Mehr dazu lesen Sie hier

Videourodynamik | Videourodynamischer Messplatz | Urologie Aarau

Modernste bildgebende Diagnostik

Um die genauen Ursachen von Miktionsbeschwerden zu diagnostizieren, verfügt die Urologie Aarau als eine von wenigen Schweizer Urologie-Praxen über einen modernen Messplatz für Videourodynamik, mit dem Blasenfunktionsstörungen detailliert darstellbar sind. Einzelheiten dazu finden Sie hier: Videourodynamik

Behandlung von gutartiger Prostatavergrösserung

Bei der Behandlung von gutartiger Prostatavergrösserung legen wir grössten Wert darauf, die für Sie schonendste und optimal passende Therapie zu finden. Wir nehmen uns die Zeit, die für Ihre Lebensplanung optimale Lösung mit Ihnen abzustimmen.

Medikamentöse Behandlung

Bei der überwiegenden Mehrheit der Männer mit gutartiger Prostatavergrösserung lassen sich die Symptome durch eine Kombination von angepasster Lebensführung und medikamentöser Therapie so weit lindern, dass die Lebensqualität nicht oder nur unwesentlich eingeschränkt ist. Zu den prostatawirksamen Medikamenten gehören zahlreiche nebenwirkungsarme pflanzliche Präparate wie auch klassische schulmedizinische Medikamente.

Grosse Fortschritte bei Prostataoperationen

Prostataoperationen sind nur in einem Fünftel der Fälle notwendig. Bei den sogenannten kleinen Prostataeingriffen wegen gutartiger Prostatavergrösserung wird das überschüssige innere Gewebe der Vorsteherdrüse durch unterschiedliche Verfahren behandelt (beispielsweise Ausschabungen), damit die Harnröhre nicht mehr eingeengt wird.

Die von vielen Männern am meisten gefürchtete Komplikation von Prostataoperationen sind anhaltende Erektionsstörungen. Die sind bei den kleinen Eingriffen allerdings sehr selten. Ausführliche Informationen über Operationen an der Vorsteherdrüse lesen Sie hier: Prostata-Operationen.

Erhöht eine Prostatavergrösserung das Risiko für Prostatakrebs?

Viele Männer glauben, eine Prostatavergrösserung erhöhe das Risiko für Prostatakrebs. Das ist aber nicht richtig. Die Prostatavergrösserung ist kein Risikofaktor für einen Prostatatumor – daher auch die Bezeichnung gutartige Prostatavergrösserung. Einen Zusammenhang allerdings gibt es: Da Prostatakrebs meistens erst im fortgeschrittenen Lebensalter entsteht, hat das Gewebe der inneren Prostata sich zum Zeitpunkt einer Tumordiagnose in der Regel schon deutlich vermehrt.

Prostatavergrösserung erhöht Risiko für Prostataentzündungen

Mitunter wuchert das Prostatagewebe so stark, dass es den vollständigen Abfluss des Urins aus der Harnblase verhindert. Die damit einhergehende Restharnbildung gilt als häufigste Ursache für Prostataentzündungen, die wiederum mit dem Entstehen eines Beckenschmerzsyndroms in Verbindung gebracht werden. Ein Zusammenhang von Prostataentzündung und Prostatakrebs ist möglich, bislang aber nicht wissenschaftlich sicher nachgewiesen.

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