Neuro-Urologie Videourodynamik

Video-Urodynamik: Präzise Diagnose von Störungen der Blasenfunktion

Blasenfunktionsstörungen haben vielfältige und mitunter sehr komplexe Ursachen. Deshalb ist die Praxis Urologie Aarau mit modernster Technik zur Diagnose von Blasenfunktionsstörungen ausgestattet. Ein zentrales technisches Hilfsmittel ist ein videourodynamischer Messplatz. Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz erläutern, wozu die Videourodynamik dient und wie sie eingesetzt wird.

Was ist ein videourodynamischer Messplatz?

Ein videourodynamischer Messplatz ist eine hochmoderne diagnostische Einheit, die in der Urologie vor allem zur Untersuchung der Blasenfunktion eingesetzt wird. Die Kombination aus Urodynamik und bildgebender Videotechnik ermöglicht eine präzise und umfassende Analyse der Blasenfunktion während des Füllens und Entleerens der Harnblase.

Unser videourodynamischer Messplatz besteht aus mehreren Komponenten. Dazu gehören Druckmesssysteme, ein C-Bogen-Röntgengerät und Computer, die alle Daten in Echtzeit aufzeichnen und auswerten. Die Kombination der urodynamischen Messungen mit bildgebenden Verfahren ermöglicht es, sowohl die mechanischen als auch die funktionellen Aspekte des Wasserlassens und der Blasenspeicherung sichtbar zu machen und genau zu untersuchen.

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Wann ist eine Videourodynamik sinnvoll?

Eine videourodynamische Untersuchung wird empfohlen, wenn die Ursache einer Blasenfunktionsstörung unklar ist oder wenn andere diagnostische Verfahren keine ausreichenden Ergebnisse geliefert haben. Sie ist besonders hilfreich bei komplexen oder neurologisch bedingten Blasenfunktionsstörungen, nach erfolgloser konservativer Therapie oder vor einer geplanten Operation. Bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen ist die Videourodynamik der Goldstandard in Diagnostik und Therapiekontrolle.

Wozu wird ein videourodynamischer Messplatz in der Urologie verwendet?

Der videourodynamische Messplatz wird in der Urologie vor allem zur Diagnostik der Blasenfunktion eingesetzt. Blasenfunktionsstörungen können eine Vielzahl von Ursachen haben, darunter neurologische Erkrankungen, anatomische Anomalien, Alterungsprozesse oder auch Veränderungen nach Operationen. Zu den typischen Beschwerden, die mit einem videourodynamischen Messplatz untersucht werden können, gehören:

  • Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust): Um die Ursache der Inkontinenz zu ermitteln, wie beispielsweise eine überaktive Blase
  • Blasenentleerungsstörungen: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, die durch Veränderungen (Obstruktionen) wie eine verengte Harnröhre oder Prostatavergrösserung, aber auch durch neurologische Störungen verursacht sein können.
  • Überaktive Blase (Dranginkontinenz): Charakterisiert durch häufigen, plötzlichen Harndrang und ungewollten Urinverlust, oft verbunden mit einer verstärkten Blasenaktivität (Blasenüberaktivität).
  • Neurogene Blasenfunktionsstörungen: Bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Parkinson oder Rückenmarkverletzungen kann die Nervensteuerung der Blase beeinträchtigt sein, was zu verschiedenen Arten von Funktionsstörungen führt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier: Neurogene Blasenfunktionsstörungen
  • Komplexe Blasenfunktionsstörungen: Kombinationen aus verschiedenen Arten von Funktionsstörungen, die einer differenzierten Diagnostik bedürfen.

Wie funktioniert eine videourodynamische Untersuchung?

Bei einer videourodynamischen Untersuchung wird die Funktion der Blase während der Füll- und Entleerungsphasen detailliert untersucht. Der Ablauf der Untersuchung umfasst mehrere Schritte.

1. Einlegen von Messkathetern: Zunächst werden dünne Katheter in die Blase und den Enddarm eingeführt. Diese Katheter messen den Druck in der Blase und im Bauchraum. Ein weiterer Katheter kann zur Aufzeichnung des Harnflusses verwendet werden.

2. Füllung der Blase: Die Blase wird langsam mit einer Kontrastlösung oder sterilem Wasser gefüllt. Währenddessen werden die Druckwerte kontinuierlich gemessen und aufgezeichnet. Parallel dazu werden Röntgen- oder Ultraschallbilder erstellt, die die Form der Blase während des Füllvorgangs visualisieren.

3. Untersuchung der Entleerungsphase: Der videourodynamische Messplatz macht es möglich, die Entleerung der Blase in Echtzeit zu beobachten – im Bild und in Form von zahlreichen Messdaten.

4.Analyse und Auswertung: Die Daten aus Bildgebung und Druckmessung werden analysiert, um Funktionsstörungen oder anatomische Veränderungen zu identifizieren.

Vorteile eines videourodynamischen Messplatzes

Die videourodynamische Untersuchung bietet zahlreiche Vorteile für die Diagnostik von Blasenfunktionsstörungen:

Kombination von Druckmessung und Bildgebung: Die gleichzeitige Erfassung von Druckwerten und bildgebenden Daten ermöglicht eine präzise Beurteilung der Blasenfunktion und der Anatomie des unteren Harntraktes.

Detaillierte Funktionsanalyse: Diese Methode bietet eine umfassende und detaillierte Analyse der Blasenfunktion, die es ermöglicht, auch komplexe und gemischte Funktionsstörungen zu diagnostizieren.

Zielgerichtete Therapieplanung: Durch die exakte Diagnose können gezielte und individuelle Behandlungspläne erstellt werden, die auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sind.

Videourodynamik: Präzise Diagnostik für eine zielgerichtete Therapie

Der videourodynamische Messplatz stellt ein unverzichtbares Instrument in der modernen Urologie dar, um Blasenfunktionsstörungen umfassend zu diagnostizieren. Mit der Kombination aus hochentwickelter Messtechnik und fortschrittlicher Bildgebung ermöglicht er eine genaue und differenzierte Analyse der Blase und der Harnwege. Dies ist der Schlüssel zu einer effektiven und personalisierten Therapie, die den betroffenen Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität bringen kann.