Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Männern. In der Schweiz erkranken jährlich mehr als 7.000 Männer neu an einem Prostatakarzinom. Fast ein Fünftel stirbt vorzeitig an den Folgen des Prostatakrebses: Das sind vier Männer – jeden Tag. Das ist umso tragischer, als die Heilungschancen bei Prostatakrebs besser sind als bei manch anderer Krebserkrankung – vor allem, wenn die Diagnose dank Prostatavorsorge frühzeitig gestellt wird.

Prostatakrebs – von Früherkennung bis Nachsorge nach Prostata-OP

Die Praxis Urologie Aarau bietet Ihnen ein umfassendes Angebot von der Früherkennung von Prostatakrebs über die medikamentöse und operative Therapie bis zur Nachsorge nach einer Prostata-OP. Besonderen Wert legen wir darauf, von der Diagnose bis zur Behandlung moderne minimalinvasive und schonende Verfahren einzusetzen sowie Therapiepläne zu entwickeln, die optimal zu den Bedürfnissen unserer Prostata-Patienten passen.

Dr. Tilmann Möltgen ist als Facharzt für Urologie und speziell operative Urologie ein sehr erfahrener Chirurg, der in mehreren Schweizer Spitälern als Belegarzt operiert. PD Dr. Dr. Stephanie Knüpfer ist Fachärztin für Urologie und Expertin in der Neurourologie.

Arzt erläutert männliche Geschlechtsorgane an Modell

Symptome von Prostatakrebs erkennen

Prostatakrebs wächst fast immer sehr langsam – und bleibt daher oft über viele Jahre unbemerkt. Wenn sich Symptome einstellen, ähneln die Krankheitszeichen denen von deutlich harmloseren Erkrankungen wie gutartiger Prostatavergrösserung oder Blasenfunktionsstörungen. Dazu zählen vor allem:

  • Schwierigkeiten beim Wasserlösen
  • Häufiges Wasserlösen
  • Schmerzen beim Wasserlösen

Die Behandlung von Prostatakarzinomen

Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs. Die Wahl der optimalen Therapie hängt unter anderem davon ab, wie weit der Tumor fortgeschritten oder wie aggressiv der Tumor ist. Eine wichtige Rolle spielen auch Ihre Wünsche: Beispielsweise kann es mitunter sinnvoll sein, die Belastungen von Operation oder Chemotherapie zu vermeiden. Sie dürfen sich darauf verlassen, dass wir Ihnen die Therapieoptionen ausführlich darstellen – und gemeinsam mit Ihnen einen für Sie optimal passenden Behandlungsplan entwickeln.

„Frauen gehen vorsichtiger und rücksichtsvoller mit ihrer Gesundheit und ihrem Körper um. Verheiratete Männer leben drei bis vier Jahre länger als unverheiratete Männer. Wir Männer täten gut daran, körperliche Veränderungen wahrzunehmen und im Zweifel ärztlich untersuchen zu lassen.“

Dr. med. univ. Pirmin Wolfsgruber, Facharzt für Urologie

Patientengespräch Dr. Wolfsgruber | Urologie Aarau

Überblick: Therapie von Prostatakrebs

Die Behandlungsoptionen bei Prostatkrebs reichen von Beobachtung und Kontrolle bis zu verschiedenen Prostatoperationen und Therapieoptionen wie Bestrahlungen oder Hormontherapien. Hier der Überblick:

Active Surveillance (Aktive Überwachung) und Watchfull Waiting

Etwa ein Drittel (30 Prozent) der entdeckten Prostatatumore gehört zu wenig aggressiven Varianten, die nur sehr langsam wachsen und oft nur milde Symptome verursachen. In zwei Dritteln dieser Fälle (zwei Drittel) bleibt ein solcher Tumor auch in den nächsten zehn Jahren wenig aggressiv. Unter diesen Umständen ist es aus medizinischen Gründen sehr gut vertretbar, die Entwicklung unter bestimmten Kriterien lediglich jährlich kontrollieren. Das bezeichnen Mediziner als Active Surveillance oder Aktive Überwachung.

Watchfull waiting:  Im Volksmund – und auch unter Medizinern – sagt man: Die meisten Männer sterben MIT einem Prostatakrebs, nicht AN einem Prostatakrebs. Wenn die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass ein Mann zeitlebens nicht an seinem Prostatakrebs leiden wird, besteht auch nur wenig Grund, die Nebenwirkungen einer Therapie zu akzeptieren. Viel sinnvoller ist in diesem Fall die Behandlungsoption des Watchfull waitung: Dieses abwartende Beobachten hat das Ziel, die Lebensqualität zu erhalten, indem unnötige Behandlungen und deren potenzielle Nebenwirkungen vermieden werden.

Prostataentfernung (Prostatektomie)

Die häufigste operative Behandlungsmethode bei Prostatakrebs ist die chirurgische Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie). Die Prostataentfernung wird vor allem angewendet, wenn der Krebs noch nicht gestreut hat, also auf die Vorsteherdrüse begrenzt ist. Ziel ist der Prostata-OP ist es, den gesamten Tumor zu entfernen und eine Heilung zu erreichen. Bei der Entfernung der Vorsteherdrüse werden unterschiedliche Verfahren angewendet. Details finden Sie hier: Prostata-Operationen im Überblick.

Strahlentherapie

Bei der Bestrahlung werden die Tumorzellen von aussen über mehrere Wochen täglich bestrahlt. Je nach Ausbreitung zielt die Strahlentherapie auf die Prostata und weitere Zielgewebe wie Lymphabflusswege. Um die sehr strahlensensible Harnblase oder den Enddarm möglichst zu schonen, ist es sehr wichtig, die Zielvolumen der Strahlentherapie präzise zu bestimmen. Bei aggressiver Tumorvarianten wird die Strahlentherapie in der Regel durch eine Hormonhandlung begleitet.

Hormontherapie (Androgendeprivationstherapie, ADT)

Prostatakrebszellen benötigen Testosteron, um zu wachsen. Die Androgendeprivationstherapie senkt den Testosteronspiegel und hemmt so das Wachstum des Krebses. Die Hormontherapie wird vor allem bei fortgeschrittenem und/oder metastasiertem Prostatakrebs angewendet, entweder allein oder in Kombination mit anderen Behandlungen wie der Strahlentherapie. Die Hormontherapie ist in der Regel keine heilende, sondern eine lebensverlängernde Massnahme.

Ultraschalltherapie (HIFU-Therapie)

HIFU steht für „hochintensiver fokussierter Ultraschall“. Die HIFU-Therapie wird angewendet, um lokal begrenzte Prostatakarzinome mit einer gebündelten (fokussierten) Hitzebehandlung zu zerstören. Da die Tumorzellen in der Regel an vielen unterschiedlichen Orten der Prostata lokalisiert sind, bleibt nach Einschätzung vieler Experten fraglich, ob die HIFU wirklich geeignet ist, Prostatakrebs zu heilen. In jedem Fall sollten Männer nach einer HIFU-Therapie in engmaschiger Beobachtung bleiben, also wenigstens jährlich eine Prostatauntersuchung wahrnehmen.

Häufige Fragen zu Prostatakrebs

Wie häufig ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist in der Schweiz – wie in vielen anderen Ländern – die mit Abstand häufigste Krebsart bei Männern. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik von 2023 erkranken pro Jahr etwa 7.400 Männer neu an Prostatakrebs. Das ist fast ein Drittel aller Krebserkrankungen beim männlichen Geschlecht. Zum Vergleich: An Lungenkrebs erkranken etwa 2.800 Männer pro Jahr, an Dickdarmkrebs etwa 2.500. Die Gesamtzahl der Krebsneuerkrankungen in der Schweiz liegt bei 46.000 Fällen, 25.000 davon entfallen auf Männer.

Wie gefährlich ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. In der Schweiz erliegen pro Jahr etwa 1.400 Männer den Folgen eines Prostatakarzinoms. Das ist gut ein Fünftel (19 Prozent) der Erkrankten. Die Überlebensrate (Prognose) hängt allerdings stark vom Zeitpunkt der Diagnose und dem Alter der Erkrankten ab.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Prostatakrebs?

Wenn Prostatakrebs bereits Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet hat, beispielsweise in den Lymphknoten oder Knochen, sinkt die Lebenserwartung erheblich. Ist der Tumor aber zum Zeitpunkt der Diagnose auf die Vorsteherdrüse begrenzt, beträgt die Fünf-Jahre-Überlebensrate bis zu 99 Prozent. Deshalb ist die Prostatavorsorge so wichtig.

Weshalb ist Prostatavorsorge wichtig?

Je früher Prostatakrebs erkannt wird, umso grösser ist die Heilungsrate. Deshalb ist die Prostatavorsorge wichtig, mitunter sogar lebenswichtig. Früh erkannter Prostatakrebs lässt sich in den meisten Fällen heilen, beispielsweise durch eine Prostataoperation. Das gilt auch, wenn die Diagnose erst nach dem 70. Lebensjahr gestellt wird.

Urologie Aarau: Umfassende Beratung und Zweitmeinungen

Die Vielfalt der Möglichkeiten in der Behandlung von Prostatakrebs ist für Laien – und selbst für fachfremde Mediziner – nur schwer zu überblicken. Deshalb ist es für das Team der Urologie Aarau selbstverständlich, dass wir uns die Zeit nehmen, Ihre Fragen ausführlich zu beantworten, über Chancen und Risiken aufzuklären – und die für Ihre Lebensplanung optimale Lösung mit Ihnen abzustimmen. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn Sie eine Zweitmeinung zu einer Diagnose oder einer Behandlungsempfehlung wünschen.

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